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  • JAE-EUN JUNG

    MALEREI

    „STILLE MOMENTE“

    08.11. – 29.11.2026

    Zur Ausstellungseröffnung am Sonntag, den 08. November 2026, um 11.30 Uhr laden wir Sie und Ihre Freunde herzlich ein. Die Künstlerin ist anwesend. Es erscheint eine Edition.

    Kuratorin: Marika Dinn.

    Öffnungszeiten
    Sonntag 11–17 Uhr, Samstag 15–18 Uhr, und nach Vereinbarung.

    VITA

    1971 geboren in Seoul, Südkorea
    1991 Kunststudium an der Dong-Kuk Universität in Seoul
    1999 Beginn Studium an der Hochschule für Bildende Künste, Braunschweig bei Prof. Norbert Tadeusz
    2003 Diplomabschluss Freie Kunst
    2004 Meisterschülerin bei Norbert Tadeusz
    lebt in Lippstadt

    Zahlreiche Einzel- und Gruppenausstellungen sowie Preise und Stipendien

    Einen Überblick über ihr umfassendes Werk gibt auch ihre Website: https://jaeeun-jung.de

    Der erste Blick auf ihre Werke beeindruckt, sie strahlen Ruhe aus und zeigen in gegenständlicher Malerei „stille Momente“. Wir erkennen alle dargestellten Dinge und Situationen und doch sehen wir sie durch Jae-Eun Jungs künstlerische Bearbeitung mit anderen Augen. Es sind die kleinen, alltäglichen Dinge, denen sie ihre Aufmerksamkeit schenkt. 

    Jae-Eun Jung ist auch technisch eine hervorragende Malerin: im schichtweisen Aufbau ergeben sich differenzierte Farbtöne, oft im hell-pastelligen Spektrum.

    Nach zahlreichen Skizzen trifft sie kompositorische Entscheidungen. Meist frontal ins Bild gesetzt, entstehen ihre großformatigen Bilder in einem sich über mehrere Monate erstreckenden hochkonzentrierten Malprozess.

    Stockrosen, 2020
    110 x 140 cm
    Acryl auf Leinwand

    „Schau genau hin und entdecke die Vielfältigkeit und Schönheit des angeblich Unscheinbaren“ könnten ihre Bilder sagen. Oft schwingen aber auch Wehmut, verblassende Erinnerungen, scheinbare Ereignislosigkeit oder ein Gefühl der Einsamkeit mit – die individuelle Situation der Betrachtenden wird diese Ambivalenzen in die jeweilige Richtung lenken.

    Weißes Kleid / White Robe, 2015
    170 x 130 cm
    Acryl auf Leinwand

    Dieses Werk eines weißen Kleides vor weißem Hintergrund lässt verschiedene Assoziationen zu: Handelt es sich um ein Brautkleid? Ist es ein Taufkleid? Welche Menschen haben es zu welchem Anlass getragen? Gedanken über die mögliche Bedeutung dieses Kleides werden unwillkürlich angestoßen.

    Ihre Motive wirken still und haben doch gleichzeitig mit dem Leben zu tun – „Stillleben“ im wahrsten Sinne des Wortes. 

    Die Pracht und der Überfluss in der Malerei des 17. Jahrhunderts – des Zeitalters der Stilllebenmalerei – entsprachen mit Sicherheit nicht dem Alltag der Menschen – Jae-Eun Jung knüpft jedoch an den wirklichen Alltag der heutigen Zeit an und dieser wird durch ihre Malerei in gewisser Weise „prachtvoll“. Ihre Malweise unterschiedet sich von der „Augentäuscherei“ (Trompe-l’œil) der frühen Stilllebenmalerei dabei deutlich durch ihren Ikonizitätsgrad: der sichtbare Pinselduktus und die helle Farbpalette sind Zeichen für die künstlerische Individualität.

    Blumen, 2024
    80 x 60 cm
    Acryl auf Leinwand

    Wie in der Stilllebenmalerei des Barocks haben auch Jae-Eun Jungs Bilder verschiedene Bedeutungsebenen.
    So zeigt sich zum Beispiel in einigen Werken ihr Bezug zur Millionenstadt Seoul:
    Die enge Bebauung führt dazu, dass für Gärten, wie wir sie kennen, kaum Platz bleibt. Ein typisches Bild in dieser Stadt sind daher Ansammlungen von Blumentöpfen, oft mit koreanischen Mustern verziert, in denen Pflanzen liebevoll gehegt und gepflegt werden.

    Garten, 2024
    60 x 150 cm
    Acryl auf Leinwand

    Momente der Ruhe im oft belasteten Alltag schaffen, im Kleinen etwas zum Wachsen bringen – einen größeren Kontrast zum Leben in einer Stadt mit fast 10 Millionen Einwohnern kann man sich kaum vorstellen. Für Jae-Eun Jung war der Anblick dieser kleinen Ruheorte in Seoul nichts Besonderes – erst durch die Entfernung wurde ihr diese Besonderheit bewusst und eines der Themen ihrer Malerei.

    Eine weitere Bedeutungsebene liegt in ihrem tiefen christlichen Glauben begründet:

    Es ist das Leben, das sich durchsetzt, so wie der Löwenzahn durch den Asphalt bricht. „Hoffnung“ ist ein Begriff, der ihr Leben und ihre Kunst mit den lichtdurchfluteten Bildern prägt – ohne den Betrachtenden Interpretationen vorgeben zu wollen. 

    Marika Dinn

    Alle Fotos der Werke wurden von Jae-Eun Jung erstellt.

    Edition 159

    JAE-EUN JUNG

    Zu der Edition von Jae-Eun Jung : „Garten III“

    Garten III, 2026
    14,8 x 21 cm
    Aquarell auf Papier
    Limitiert: 1/15, 2026
    Auflage: 15 Exemplare nummeriert und signiert

    Die Künstlerin stellt dem Kunstverein 15 Aquarelle im Format 14,8 x 21 cm zur Verfügung.  Die malerische Herstellung bringt es mit sich, dass jedes Aquarell etwas anders ausfällt; sie stellen somit Unikate dar.

    Das Motiv ist jeweils eine Komposition zweier leerer Blumentöpfe unterschiedlicher Größe mit typischen koreanischen Verzierungen. Dieses Motiv ergibt sich aus Jae-Eun Jungs Leben: In der Metropole Seoul, wo sie bis zu ihrem Studienbeginn an der HbK Braunschweig gelebt hat, sind in den oft unwirtlichen Straßenschluchten an vielen Orten Ansammlungen verschiedener Blumentöpfe zu sehen – die Menschen wollen in der Großstadt im Kleinen etwas zum Wachsen bringen, hüten und liebevoll betreuen.

    Hier wächst allerdings außerhalb der Töpfe eine Pflanze, eigentlich nur ein zarter Stängel mit kleiner Blüte, der an einen ebenso dünnen Stab angebunden ist, um ihn zu stärken und zu schützen.

    So wie der -imaginäre- Mensch, der für den Schutz  dieser unscheinbaren Pflanze gesorgt hat, betrachtet auch Jae-Eun Jung das Alltägliche mit liebevollem Blick und entdeckt Geschichten, die durch eigentlich Unscheinbares erzählt werden und in meisterlicher Maltechnik umgesetzt werden.

    Die – noch – leeren Töpfe werden diese Schutzfunktion für andere Pflanzen übernehmen und weitere Geschichten erzählen.

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