OBJEKTE, ZEICHNUNGEN …
„FÜRCHTE DICH NICHT!“
04.06. – 25.06.2023

Zur Ausstellungseröffnung am Sonntag, den 04. Juni 2023, um 11.30 Uhr laden wir Sie und Ihre Freunde herzlich ein.
Die Künstlerin ist anwesend. Es erscheint eine Edition.
Öffnungszeiten
Sonntag 11–17 Uhr, Samstag 15–18 Uhr, und nach Vereinbarung.
VITA
| Geb. 1964 | in Eupen (B), lebt und arbeitet in Raeren, Belgien |
| 1982-1985 | Studium Kunsterziehung |
| 2009-2013 | master en arts plastiques, visuels et de l‘espace – option peinture |
| Juni 2019 | master en arts plastiques, visuels et de l‘espace – option gravure |
| 2019 | feministartprize IKOB, Museum für zeitgenössische Kunst Eupen Belgien |
| 2022-23 | Künstlerin Ostbelgiens (gemeinsam mit T. Mosblech für das Projekt Hyperbild) |
Ausstellungen Solo (Auswahl)
| 2022 | S!ingulier – les Brasseurs Kunstzentrum – Liège (B) |
| 2021 | Angerichtet, Kunstraum Nr10, Mönchengladbach (D) |
| 2021 | ach so, Galerie Delphine Courtay, Strasbourg (F) |
| 2019 | Sehensagen (& Reiners-Maaz) Galerie Splettstößer Kaarst (D) |
| 2018 | Restzeiten – Saarländische Galerie Berlin (D) |

Meine Bilder, Objekte und Installationen beschäftigen sich mit zwischenmenschlicher Kommunikation, die sich immer mehr auf digitalem Weg abspielt, die auch mit dem Ziel einer gelungenen Selbstdarstellung verknüpft ist. Das erfordert Anstrengung und Einsatz von jedem – ständig aktualisieren und bitte immer dem neuesten „Medien-Standard“ angepasst!

Mit zunehmendem Alter wird diese Herausforderung immer größer. Verstärkt wird diese Problematik durch ständig neue Kommunikationsmittel, die der älteren Generation oft fremd bleiben. Viele Ältere haben das Gefühl immer unsichtbarer zu werden. Insbesondere Frauen leiden unter dieser altersbedingten Unsichtbarkeit. Die Gesellschaft ist auf Jugend fixiert – Alter übersehen wir nur allzu gern.

In der Ausstellung “fürchte dich nicht” wird der Zwang zur Darstellung unserer Einzigartigkeit thematisiert, denn nur durchschnittlich zu sein, das reicht heute nicht mehr. Paradoxerweise wird Einzigartigkeit zur Norm, um nicht in der farblosen Masse von Kollegen, Nachbarn und sozialen Netzwerken zu verschwinden. Die Arbeit an unserer persönlichen Einzigartigkeit ist zu einer Daueraufgabe geworden, und zwar in allen Lebensbereichen. Was ist einzigartig? Dinge, die wir nicht verallgemeinern können, das Nicht-Austauschbare und das Nicht-Vergleichbare. “Was es nur einmal gibt, ist „kultwürdig“ (Peter Sloterdijk)

Die Anforderungen der Gesellschaft verlangen von uns eine Persönlichkeit, die sich aus vielfältigen Fähigkeiten, Erfahrungen und Interessen in einer außergewöhnlichen Mischung zusammensetzt. Wegkreuze sind ein Symbol für religiöse Kulte und Rituale und gehören in der Euregio zur täglichen Umgebung. Mit einer Neuinterpretation dieser typischen Formen werden in der Ausstellung „Kultorte“ für die verschiedenen Mosaiksteine unseres Lebens geschaffen und wie Wegkreuze auf einem Pilgerweg aneinandergereiht.
Edition 142
ANDREA RADERMACHER-MENNICKEN

Titel: „likes – bitte täglich gießen“, 2022
Technik: Spezialgips, Epoxyd, Erde und Blumentopf
Größe variabel
Titel: „take care“, 2023
Technik: Wandobjekt, Baumwollhandschuhe, Spezialgips
Größe: ca. 16 x 16 x 3 cm
Auflage: je 10 Exemplare, nummeriert und signiert
Das Objekt „likes – bitte täglich gießen“ gehört zu dem für Andrea Radermacher-Mennicken zentralen Thema zwischenmenschlicher Kommunikation, die in beängstigter Weise und Schnelligkeit zunehmend digitalisiert geführt wird. In Anspielung auf das Daumen-Hoch-Emoji innerhalb der sozialen Netzwerke wird hier ein materieller Gipsdaumen entgegengesetzt, der in Blumenerde steckt, täglich gegossen werden will und durchaus naheliegend mit Spargel assoziiert werden kann. Thematisiert wird auf humorvolle Weise der Kontrast zwischen der Schnellebigkeit digitaler Kommunikation zu stetigem Wachstum und sorgfältiger Pflege von Kommunikation. Das Wandobjekt „take care“ bezieht sich hier ganz direkt auf Körperlichkeit. Um eine nackte Brust sind Handschuhe gruppiert. Der Titel oder das Wortspiel „take care“ bedeutet „pass auf dich auf“ und bietet damit einen Spielraum für weitere Assoziationen und eine Fülle eigener Interpretationen.
Marla Sieberg (Kuratorin)
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