SKULPTUR, INSTALLATION
„PARADOXA“
07.11. – 28.11.2021

Zur Ausstellungseröffnung am Sonntag, den 07. November 2021, um 11.30 Uhr laden wir Sie und Ihre Freunde herzlich ein.
Der Künstler ist anwesend. Es erscheint eine Edition.
Öffnungszeiten
Sonntag 11–17 Uhr, Samstag 15–18 Uhr, und nach Vereinbarung. Unter Berücksichtigung der allgemein bekannten Hygieneregeln.
VITA
| 1973 | in Arnstadt geboren |
| 1991/92 | Hochschule für Architektur und Bauwesen Weimar |
| 1997-99 | Meisterschule für Holzbildhauerei München |
| 2000-04 | Akademie der Bildenden Künste Wien, Klasse Prof. Bruno Gironcoli |
| lebt und arbeitet in München und Ottobrunn |

Der Bildhauer Heiko Börner unterzieht das Material Holz in seiner Einheit als Stamm einer konstruktiven und abstrakten Neubewertung sowie einem Formwillen, der die immanenten Eigenschaften des Materials hinter sich lässt.
In Börners Skulpturen überschneiden und berühren sich gegenläufige, scharf geschnittene, geometrische Flächen. Sie entwickeln sich kühn in den umgebenden Raum hinein und drängen den Betrachter zum Wechsel der Blickrichtung und des Standpunkts. Eine andere große Werkgruppe der Holzskulpturen nutzt das Motiv der sichtbaren Bewegung, um den Ablauf von Umformungsprozessen aufzuzeigen und der Zeit eine Gestalt zu geben. In fließenden Übergängen verändern sich einzelne geometrische Formen in neue Körper. Gleich einer Langzeitbelichtung ist die Bewegung in einer Momentaufnahme eingefroren. Scharfe, eng geführte, lineare Schraffuren überspannen dabei die Oberfläche der Arbeiten. Sie ziehen Richtungsspuren und beschleunigen visuell die Bewegung, die völlig unabhängig von der natürlichen Struktur des Baumes ist. Jahresringe und die runde, geschlossen Form des Holzstamms, aus dem der Bildhauer die Skulpturen am Stück herausarbeitet, sucht man vergebens. Die raumgreifenden, geometrischen und scharfen Formen der Arbeiten Börners stehen im Widerspruch zur Grundform des Ausgangsmaterials. Die Massivität und Statik des Baumes wird visuell mittels dem wiederkehrenden Moment der Dynamik und Bewegung überlagert und aufgelöst. Heiko Börner provoziert in seiner Arbeit die Suche nach dem Sinnzusammenhang innerhalb des Widerspruchs. Er durchbricht dabei die Grenzen der Erwartung und der gewohnten Wahrnehmung und interpretiert den Werkstoff Holz überraschend neu.
Ines Auerbach, Burghausen


Edition 134
HEIKO BÖRNER




Titel: „Paradoxa“
Technik: Holzschnitt
Auflage: 20 Variationen, signiert und nummeriert
Größe: 30 x 40 cm und 30 x 21 cm
Die Holzarbeiten von Heiko Börner entwickeln sich einerseits aus der Materialbeschaffenheit, andererseits aus dem Arbeitsprozess. So nähert er sich in Schritten der Verwirklichung seiner Idee einer abstrakten Skulptur an. Dem Gestaltungsrepertoire liegen geometrische Formen zu Grunde, die im eigenwilligen Zusammenspiel der einzelnen Elemente und der räumlichen Ausdehnung vielfältige Momente der Bewegung assoziieren. Aus dem Stamm herausgehauen entfalten sich konkave und konvexe Formen, die verdreht, verschachtelt, gegenläufig und gedehnt miteinander kommunizieren. Aus den Oberflächenstrukturen lässt sich der Einsatz des Werkzeugs ablesen und es entstehen unterschiedliche Spuren, mal reißen sie grob die Oberfläche auf, dann beruhigen die feingliedrig dagegengesetzten Flächen. Immer folgen sie der Richtung der Formen und unterstützen die Gliederung der Skulptur. Die Edition besteht aus einem Hochdruck, der dem Material Holz treu bleibt und der auch das Formenrepertoire der Skulpturen wieder aufnimmt. Auch hier folgen die sichtbaren Schnitte der Form und in ihrer Verdichtung ergeben sich unterschiedliche Helligkeitsstufen, die das Erscheinungsbild der flächigen Abzüge prägen. Die Kompositionen der Holzschnitte mit Ihrer gestalterischen Kraft stehen den Skulpturen als eigenständiges Werk zur Seite.